Schipfentage 26.- 28. Nov.

Wochenende der offenen Werkstätten an der Zürcher Handwerksgasse

Freitag, 26. November: 17-20 Uhr
Samstag & Sonntag, 27.& 28.November: 11-18 Uhr

 

Die Schipfe ist eine der schönsten Meilen der Zürcher Altstadt und hat eine lange Geschichte als Handwerksgasse, die bis heute fortbesteht. Die Schipfentage laden ein, diesen Mikrokosmos zu erkunden. Vom Schreiner zur Buchbinderin, von der Goldschmiedin zum Bootsclub geben die Läden und Werkstätten Einblick in ihre Arbeit oder lassen Neugierige gleich selber Hand anlegen. 
Auf dem Schipfen-Platz können bei einer Verschnaufpause mit Glühwein, Lebkuchen und Suppe die Streiflichter der Künstlerin Judith Albert bestaunt werden. 

Folgende Geschäfte bieten einen Einblick in ihr Schaffen oder Sie können selber etwas herstellen:

(Reihenfolge: Fussweg von der Rathausbrücke zur Rudolf-Brun-Brücke):

Goldschmiedin Catherine Beger: Anhänger selber gestalten. Home & Fleur: Bracelet Bar - lass dir dein eigenes Armband anfertigen. Die Buchbinderin: Bücher und Hefte handheften. Susanna Rüttimann Kiepenheuer: Skulpturen. Lederladen: Taschen. Zur Kristall-Höhle: Kristalle und Schmuck. Schreinerei Schipfe 33: Arvenholzspähne selber hobeln und Duftsäckli füllen. Limmat-Club Zürich: Der Limmat Club Zürich zeigt nautische Traditionen für Klein und Gross. Restaurant Schipfe & Delikatessenladen: Glühwein und warme Küche zum Einstimmen auf die Weihnachtszeit. Mogli Chinderlade: Kinderbastelstunde. Wöhler & Weikard Goldschmiede: Erlebe die Herstellung von Sandgüsssen. Marktlücke: Postkarten selber drucken. Schweizer Heimatwerk: Schweizer Kunsthandwerk.

Exklusive Führungen

Zwei exklusive Führungen des Frauenstadtrundgangs Zürich bieten Gelegenheit, das vielseitige Quartier historisch zu erkunden:

Samstag, 27. November, 14 Uhr:
Rundgang „Frauen zwischen Lust und Zaster“, Rundgang durch das ehemalige Chratz-Quartier
Treffpunkt: Lindenhof beim Brunnen

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Was hat der Alltag von Frauen mit Stadtentwicklung zu tun und was kann uns die gebaute Stadt über das Leben und Wirken von Frauen erzählen? Solchen Fragen gehen wir auf dem Rundgang durch das ehemalige Chratzquartier links der Limmat nach. Wir zeigen, wie Ende des 19. Jahrhunderts öffentliche Waschplätze dem Verkehr Platz machen mussten und wie die Frauen zur Frauenbadi und der ersten öffentlichen Frauentoilette am Bürkliplatz kamen. Wir machen Halt bei einem ehemaligen Bordell sowie bei einer Gerichtsinstanz, die ledige Mütter zu Gefängnisstrafen verurteilte. Beim Hotel Baur au Lac schliesslich erzählen wir die Geschichte einer Frau, die am grossen Zaster der Stadt teilhaben wollte und dafür die Zürcher Gesellschaft an der Nase herumführte.

Sonntag, 28. November, 14 Uhr:
Rundgang „Zapfhahn und Suppenhuhn“, historischer Rundgang zu Essen und Trinken
Treffpunkt: Rathausbrücke (Gemüsebrücke) 

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Was wir essen und trinken, die Zubereitung der Speisen und die Sitten bei Tisch haben sich im Lauf der Zeit verändert. Die Produktion und der Konsum von Lebensmitteln widerspiegeln die unterschiedlichen Rollen von Frauen und Männern in der Gesellschaft. Das Bier und das Schlachten, zum Beispiel, waren Männersache und auch die Vegetarismus-Bewegung wurde in ihren Anfängen stark von Männern geprägt. Warum exotische Gewürze den Frauen das Gebären erleichtern und die männliche Lust fördern sollen und wie die Schokolade das Schweizer Militär eroberte, sind Themen weiterer Stationen unseres Rundgangs durch die Altstadt.

Anmeldung erforderlich auf info@frauenstadtrundgangzuerich.ch, Die Preise für die Rundgänge sind 20 CHF pro Person (Legi, AHV 15 CHF)

LINK zu Frauenstadtrundgang Zürich

Hintergrund / Kurze Geschichte der Schipfe

Am linken Ufer der Limmat, direkt unter dem Lindenhof, liegt die Zürcher Schipfe. In dieser Gasse, etwas abseits vom grossen Trubel der gegenüberliegenden Flussseite, steht seit Jahrhunderten das Handwerk und das Kleingewerbe im Zentrum. Seit dem frühen Mittelalter diente dieser Uferabschnitt als Anlegeplatz für Flusskähne, die Waren und Personen transportierten. Zudem gingen hier neben vielen Schiffern schon damals auch Gerber und Färber ihrem Gewerbe nach. Ab dem 16. Jahrhundert wurde dieses Quartier durch eine florierende Textilindustrie zu einer Meile, wo Seide, Burat, Wolle und Flachs zu edlen Stoffen verarbeitet wurden, die bis nach New York berühmt waren. Neu kamen nun auch Kupferstecher, Schiffbauer, Buchdrucker, Schneider, Fenstermacher sowie eine Briefumschlagfabrikation dazu.

Viele Spuren dieser Geschichte finden sich auch heute noch an der Schipfe. Nicht nur in der Architektur der Gebäude, sondern auch im Gewerbe, welches hier nach wie vor betrieben wird: so ist an der Schipfe das Schneiderhandwerk und die Goldschmiedkunst vertreten. Ein Polsteratelier, ein Ledertaschenmacher, Buchbinderinnen sowie Friseurinnen, Floristen und Schreiner reihen sich hier aneinander. Zwei soziale Projekte ergänzen den Standort mit einem gastronomischen Angebot sowie dem Verkauf von Schweizer Designprodukten. Und auch Schiffe legen hier weiterhin an und ab: die Waidlinge des Limmat-Clubs gleiten elegant dem Ufer entlang und erinnern an frühere Zeiten und an venezianische Gondeln…